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AS-OBJEKTIVE NACH SONNEFELD

Bemerkungen aus Astronomieforen

Hier ein Link zu einen Diskussionsforum in Astronomie.de bez. der Qualität von Zeiss AS Objektiven;


und folgend ein Auszug ebenfalls aus einen Astroforum bez. der AS Objektive:

AS-Objektive von Carl Zeiss Jena

Hallo zusammen,

das AS (Astro Spezial)Objektiv ist weder Apochromat noch Fraunhofer,
sondern ein 2 linsiger Objektivtyp mit Sonderglas zur Reduzierung des sekundärem Spektrums,
1926 von August Sonnefeld entwickelt.
Als Frontlinse ist im AS ein Kurzflint(KzF2) mit annormalem Dispersionsverlauf verbaut.
Die zweite Linse ist aus Bleikronglas (BK7)
Der Bauart nach entspricht das AS Objektiv dem Steinheiltyp mit Flint-vorraus Anordnung.
(Objektiv nach Steinheil heute bei TAL Refraktoren)

Das KzF2 ist eines der Gläser die Ernst Abbe und Otto Schott
gezielt zur Minimierung des sekundären Spektrums entwickelt hatten.

Der Farbfehler des AS entspricht etwa der Hälfte
eines normalen Fraunhofer wie der E-Typ von Zeiss.

Alleine mit dem Farbfehler kann man die Leistung
eines Zeiss AS Objektiv nicht beschreiben.

Bei der Herstellung wurde grossen Wert auf die Reinheit der Gläser,
und auf die perfekte Politur der Linsen gelegt.
Das Linsenpaar ist in einer aufwendig gefertigten Fassung mit Thermokompensationsringen untergebracht.

Zudem ist der Bildfehler der Sphärischen Aberation so gut wie nicht vorhanden.
Dem Gaussfehler wurde mit asphärischer Retusche der innersten Linsenfläche der Garaus gemacht.

Diese Aufwand für Qualität schlug sich natürlich damals im Preis nieder
wurde eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert.
( min 95%Definitionshelligkeit)

Die Beobachtung von Sonne Mond und Planeten mit einem AS Objektiv
und dem Öffnungsverhältnis von 1:15 ist ein Genuss.

Bei der Verwendung eines Binokularen Ansatzes und Orthoskopischen Okularen von Zeiss
zeichnet das AS-Objektiv sehr scharfe Bilder mit einem harten Kontrast,
die auch heute von nur sehr wenigen(teuren)Apochromaten erreicht oder überboten wird.

Das AS Objektiv von Zeiss war der APO des "kleinen Mannes",
und wird seit Beginn der 90er Jahre nicht mehr hergestellt.
Ab und zu wird Eines dieser Objektive bei Ebay angeboten,
und erreicht in diesen Auktionen meist Sammlerpreise.




Zitatauszüge betreffend AS-Objektive



nachfolgend einige Zitate aus einen Astronomieforum bez. der AS Objektive; Quelle: www.astronomie.de;

Hallo U.,
Zitat:
Das Gütekriterium eines Apochromaten ist neben der Fertigungsqualität die Farbreinheit und nur der Farbreinste APO zeigt noch bei hohen Vergrößerungen auch den besten Kontrast!

Antwort:
Farbreiheit ist sicher ein ganz wichtiger Punkt bei der Beurteilung eines Refrakrors. Aber es ist sicher nicht der einzige Punkt. Ein Zeiss AS 80/1200 ist sicher theoretisch nicht so farbrein wie viele APOs, ich würde ihn aber trotzdem den meisten APOs vorziehen. Die Verarbeitung/Politur der Linsen, die Vergütung, eine gute Fassung, die Streulichtunterdrückung usw. spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ganz zu schweigen, dass neben der Restchromasie auch alle anderen Bildfehler minimiert sein müssen.
Viele Grüße, J.

Hallo,
da stimme ich Dir vollkommen zu. Was nutzt einem eine astigmatische, aber farbreine Optik? Das optimale Zusammenspiel aller guten Eigenschaften einer Optik machen das Gesamtbild aus, und nicht etwa eine einzelne Eigenschaft.
Viele GrüßeA.Hallo J,

Richtig, das von August Sonnefeld entwickelte Astro-Spezial-Objektiv AS ist mit Sicherheit eines der genialsten Objektive überhaupt.

Ich beschäftige mich seit 1977 mit Astronomie und besitze einige sehr gute Refraktoren. Seit 1983 habe ich einen Zeiss AS 80/1200 und um es gleich zu sagen, den würde ich nie verkaufen. Warum? Weil es einfach ein hervorragendes Teleskop ist. Leider kommt das "lange Ofenrohr" nur noch selten zum Einsatz.

Frank Schäfer schrieb hier im Forum einmal folgende treffenden Sätze über das AS-Objektiv:

Zitat:

Das AS Objektiv verwendet für die vordere Linse einen Kurzflint mit anormalem Dispersionsverlauf und ist trotz zweilinsigem Aufbau schon für drei Farben korrigiert. Allerdings liegt der dritte Nullpunkt irgendwo im Infrarot. Da zwischen den drei Nullpunkten die Abweichung der Restfarben deutlich geringer wie beim Achromat ist, liefert das AS Objektiv eine deutlich verbesserte Farbkorrektur und verdient zurecht die Bezeichnung HA. Außerdem nutzt das Objektiv eine asphärische Fläche, um dem Gauss-Fehler den garaus zu machen.

Da das AS 100/1000 mit 1:10 das schnellste Öffnungsverhältnis von allen AS Objektiven hat, ist hier logischerweise die Farbkorrektur nicht so gut wie bei einem AS mit 1:15. Der AS 80/840 ist schon ein Stück besser und der AS 80/1200 ist einfach genial.

Die Korrektur der sphärischen Aberration ist ebenfalls ausgezeichnet und die Schliff- und Polierqualität lassen keine Wünsche offen.

August Sonnefeld hatte seinerzeit ein sehr gutes Gesamtkonzept für sein AS Objektiv erdacht, inclusive einer leichten Asphäre.

Mein Physiklehrer hatte einen 80/1200er AS samt Zeiss Orthos. An dem Bild was das Teleskop liefert beißen sich viele heutige sogenannte Apos gleicher Öffnung die Zähne aus.
Durch Asphären gewinnt der Designer enorme Möglichkeiten. Mich wundert es daß man sie heutzutage immer noch nicht nutzt und statt dessen schwere, viellinsige Objektive baut, die Nachteile bei Auskühlung, Gewicht, Addition von Flächenfehlern und Transmissionsverlusten zur Folge haben.

Bei den schnellen Öffnungsverhältnissen kommt noch dazu daß diese verschärfte Anforderungen an die Okulare stellen und für sehr hohe Vergrößerungen sehr kurze Okularbrennweiten bemüht werden müssen, mit entsprechenden Folgen für den Augenabstand.
MfG,K.

Hallo M.,
beim AS ist die Okularauswahl wichtig für optimale Ergebnisse!So bringen zB. die alten Zeiss Orthos wesentlich bessere Resultate als Zeiss Abbes, bezüglich sek. Spektrum, Schärfe und Kontrast!Wer es noch nicht ausprobiert hat wird es nicht glauben.

Hallo M.Meine Anmerkung "sogenannte Apos gleicher Öffnung" bezog sich aber auf die qualitativ teilweise zweifelhaften Teleskope die zur Zeit auf den Markt drängen.

Da ziehe als rein visueller Beobachter ich den langen AS aber deutlich vor.